2018-2019

Die Diktatur des Augenblicks (hna, 08.06.2019)

Gesamtschüler erweiterten Canettis Stück „Die Befristeten“
Battenberg – 28 Jungen und Mädchen des Wahlpflichtkurses „Darstellendes Spiel“ der Gesamtschule Battenberg haben sich bei zwei Theaterabenden mit einem tiefgründigen und ernsthaften Thema auseinandergesetzt. Das Stück „Die Befristeten“ von Elias Canetti wurde von den Zehntklässlern umgestaltet und um aktuelle Bezüge erweitert. Nach sechs Monaten Beschäftigung mit dem Stoff im Unterricht bei Bettina Pasler setzten die jungen Leute das Werk emotionsstark in Szene. In einer fiktiven Gesellschaft herrscht die „Diktatur des Augenblicks“. Alle wissen von Geburt an, wann sie sterben werden. Überwacht und gelenkt wird dieses autokratische System vom übermächtigen Kapselan, der die positive Seite dieser Gesellschaft bedingungslos propagiert: Niemand muss sich vor Verbrechen, Gewalt, Unfällen, Krankheiten oder anderen Unwägbarkeiten fürchten. Obwohl jeder Mensch von Anfang an den genauen Zeitpunkt seines Todes kennt, beschäftigt sich das Stück mit den Konsequenzen, die solch ein Wissen für das Individuum und die Gesellschaft hat. Manche wägen sich in Sicherheit, andere zweifeln. Die Namen der Menschen sind Zahlen, die ihr festgelegtes zu erreichendes Ablebe-Alter bedeuten. 50 und ihre Freundin 42 hinterfragen das System kritisch, wobei 50 scheitert. Das Stück konfrontierte die Zuschauer in der vollbesetzten Burgberghalle mit vielen Fragen: Wie sähe unser Lebens aus, wenn wir von Beginn an wüssten, wann wir sterben? Wie würden unsere Mitmenschen reagieren? Canettis ursprünglicher Titel wurde erweitert: „Der Augenblick der Freiheit“. Aneinandergereihte Szenen mit vielen Dialogen folgten im Wechsel mit der Einspielung lauter, abrupt abbrechender Musik und Bewegungsszenen. Die Lichttechnik wurde optimal eingesetzt, indem sich während der Zwiegespräche Schattenrisse der handelnden Personen auf einer Leinwand abzeichneten und die Figuren vervielfältigten. Der Eindruck der Entindividualisierung wurde verstärkt durch einfarbige Kostüme. Erkenntnis des Stücks: Undemokratische Systeme bestehen trotz vieler Widerstände weiter. Es bedarf vieler Personen, die sich gegen Unrechtssysteme wehren – selbst dann, wenn sie dabei ihr Leben lassen.
Die Akteure: Friedrike Otto, Hannah- Maria Bauer, Mia Markus, Kaja Finkenberger, Ina Rachfahl, Bastian Briel, Medin Medin Jakupovic, Selina Görnandt, Lea Sophie Wagner, Philine Kwyk, Taya Otto, Humda Asjad, Frieda Specht, Nele Heck, Alena Oesterling, Felizia Wagner, Jeromy Feisel, Feroz Haydari, Emelie Stelter, Lea-Marie Loeber, Christian Hess, Paul Womelsdorf, Jana Jeide, Denise Langer, Fenja Schäfer, Lea Winter, Emilia Bode. Organisation: Letizia Schlarb, Lea Winter.

Vorstellung 1 (Donnerstag)

Vorstellung 2 (Freitag)

Weitere Bilder in der Galerie!

Wenn der Todestag schon feststeht (hna, 22.05.2019)

Theater hnaBattenberger Schüler führen Theaterstück auf – 6./7. Juni in der Burgberghalle Battenberg
Zehntklässler der Gesamtschule Battenberg stellen am 6. und 7. Juni in der Burgberghalle ihr Stück „Die Befristeten“ vor. Die Schüler gehören zum Wahl- Pflicht-Kurs Theater. Sie haben unter der Leitung von Bettina Pasler in intensiven Proben und vielen zusätzlichen Stunden das Stück in Szene gesetzt. Autor des Stücks ist Elias Canetti (1905-1994). Canetti beschäftigt sich in seinem vielseitigen Werk immer wieder mit den Auswirkungen, die das Bewusstsein des Todes für das Leben der Menschen hat. Gezeigt wird eine zukünftige Gesellschaft, in der der Mensch von Geburt an den Augenblick seines Todes kennt. In einer Kapsel um den Hals trägt jeder seinen Geburts- und Todestag. Es ist streng verboten, sein momentanes Alter zu nennen. Der Name (die Zahl) eines Menschen gibt an, wie alt er ist. Der Wächter dieser Gesellschaftsordnung ist der Kapselan, der allein berechtigt ist, im Augenblick des Todes die Kapsel zu öffnen. Somit kann der Mensch seine Lebenszeit sinnvoll einteilen. Diese Sicherheit gibt echte Freiheit. In dieser Zukunftswelt, in der es keinen plötzlichen Tod und keine Gewalt mehr gibt, versucht Zweifler „Fünfzig“, das in Frage zu stellen. Auf diese präzise und elektrisierende Vision einer Gesellschaft, deren Menschen sich einem System des Glaubens unterworfen haben, treffen Asylsuchende. Die Aufführungen finden am Donnerstag, 6. Juni, und Freitag, 7. Juni, jeweils ab 20 Uhr in der Battenberger Burgberghalle statt. Karten gibt es nur an der Abendkasse, sie kosten für Erwachsene 5 Euro, für Schüler und Studenten 2,50 Euro. Der Erlös kommt dem Förderverein der Schule zugute nh/jpa

Zum Staunen und Mitmachen (HNA, 30.03.2019)

Jahrmarkt hna„Jahrmarkt der Naturwissenschaften“ an der Gesamtschule
Battenberg – Nützliches und Faszinierendes aus der Welt der Mathematik, der Physik, der Chemie und der Biologie präsentierten Lehrer und Schüler beim „Jahrmarkt der Naturwissenschaften“ im Rahmen des Kulturhalbjahres der Gesamtschule für die Mitschüler aller Klassen und deren Eltern. Experimente zu den Sinnesorganen „Ohr“ und „Auge“ waren für die Besucher ebenso interessant wie Informationen über die Vernetzung von Lebensräumen für die Wildkatze, die der frühere Biologielehrer und bekannte Naturschützer Heinz-Günther Schneider bei Exkursionen gab. Die Klassen hatten dazu eine Dokumentation erstellt und zeigten eine präparierte Wildkatze. Stabheuschrecken zum Anfassen fanden das Interesse von Besuchern aller Altersstufen. Im Wahlpflichtkurs „Chemie“ wurden für den Abend zahlreiche Kristalle gezüchtet. Dazu wurde das Schullogo der Gesamtschule nachgebaut und mit Kristallen überzogen. Eine andere Chemie-Gruppe widmete sich den Verfahren der Papierchromatographie zur Untersuchung der Zusammensetzung von Farbstoffen. Beim Mitmachangebot mit besonderen Würfeln trainierten auch junge Gäste der Grundschulen ihr räumliches Vorstellungsvermögen. Erstaunliches aus der Welt der Mathematik weckte oder verstärkte ihr Interesse an diesem Fach. Dagegen war die Lösung von besonderen Verhältnisgleichungen nur jungen Mathematikern möglich, die schon einige Jahre bis zu den Klassenstufen 9 und 10 gut gelernt hatten. Mit dem Bau von „Leonardo- Brücken“ widmeten sich Schüler praktischen Anwendungen zu physikalischen Gesetzen. Namensgeber dieser Bogenkonstruktionen ist der italienische Künstler und Erfinder Leonardo da Vinci. Bei diesen Brücken stützen sich die Bauteile durch geschickte Verschränkung gegenseitig, so dass Dübel, Schrauben, Nägel oder Seile nicht nötig sind. Bei Textlesungen und Vorführungen frei nach dem berühmten Naturwissenschaftler Michael Faraday ging es um die chemischen und physikalischen Vorgänge in einer brennenden Kerze. In die unendlichen Sphären des Weltraums entführte der Astrophysiker Tilo Hohenschläger aus Bad Sooden- Allendorf mit audio-visuellen Vorführungen seines Schulplanetariums vor großem Publikum in der Sporthalle.

Toten Winkel sichtbar machen (HNA, 14.03.2019)

Busbegleiter 2Battenberger Schüler kleben Hinweisschilder auf Busse
VON KAREN VON RÜDEN Battenberg – 382. So viele Radfahrer wurden im Jahr 2017 laut Statistischem Bundesamt getötet, im Jahr 2018 Schätzungen zufolge sogar noch mehr. 38 von ihnen wurden durch abbiegende Lkw getötet, berichtet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club.
Wie viele von ihnen überrollt wurden, weil sie sich im toten Winkel befanden, wird nicht erfasst, ebenso wenig wie viele durch Busse getötet wurden. Dennoch ist man sich einig, dass der tote Winkel für Radfahrer eins der größten Risiken birgt. Das weiß auch Sebastian Gottschalch, der seit zehn Jahren den Wahlpflichtunterricht Verkehrserziehung an der Gesamtschule Battenberg leitet. Während dieses Unterrichts beschäftigt er sich mit Schülern mit dem Thema Sicherheit im Verkehr. „Wir versuchen, jedes Jahr ein neues Projekt zu gestalten. In diesem Zusammenhang haben wir beispielsweise schon diese Warnschilder erstellt“, erzählt Gottschalch und zeigt auf Schilder, die neben der Bushaltestelle an der Gesamtschule stehen. Sie erinnern die Schüler daran, ausreichend Abstand zu den Bussen zu halten.
Dieses Jahr haben die am Kurs Verkehrssicherheit teilnehmenden Schüler aus der 5. Klasse, zusammen mit dem ALV-Verkehrsbund Oberhessen, dafür gesorgt, dass auf alle Busse des ALV Hinweisschilder geklebt werden. Diese werden auf der Rückseite des Busses angebracht und warnen Radfahrer vor dem toten Winkel. Nun überreichten die Schüler, zusammen mit Sebastian Gottschalch, dem Fahrdienstleiter des ALV, Stefan Schiers, offiziell den ersten der Aufkleber.
„Meist denkt man beim toten Winkel nur an LKW und vergisst, dass er auch bei Bussen vorhanden ist“, erläutert Gottschalch. Die Schilder sollen dazu beitragen, das Bewusstsein für den toten Winkel zu schärfen und den Straßenverkehr für Radfahrer sicherer zu gestalten. Die Idee finden auch die Schülerinnen und Schüler gut: „Der Aufkleber macht den toten Winkel deutlicher“, erzählen die Schüler, „das ist dann noch mal eine Erinnerung.“
Foto: Karen von Rüden

Lateinschüler im Alten Rom (hna, 09.03.2019)

Lateinabend 2019 hnaGesamtschule Battenberg präsentierte buntes Programm
VON ERWIN STRIEDER Battenberg – Mit einem Lateinischen Abend in der voll besetzten Aula hat die Gesamtschule Battenberg die Veranstaltungsreihe ihres „Kulturhalbjahres“ fortgesetzt. Über 50 Lateinschüler der Jahrgänge 6 bis 10 gestalteten ein buntes Programm mit szenischen Darbietungen, Videos und Präsentationen zur römischen und griechischen Geschichte, zu Mythen und Sagen. Mit dem Kanon „Gaudeamus hodie“ (Wir freuen uns heute) eröffneten die Schüler den Abend. Friederike Otto und Lukas Kluge gaben vor jedem Programmteil Erläuterungen. Flavia und Quintus, die Figuren des Latein-Lehrbuchs, wurden von Sechstklässlern gespielt. Dabei griffen Piraten ein Schiff auf dem Mittelmeer an. Das lateinische „Wer wird Millionär?“ (Quis millionarius fit?) präsentierten die Siebtklässler. 15 zum Teil nicht einfache Fragen aus dem Alten Rom waren dabei von den Kandidaten zu beantworten, einige Male mussten die Joker eingesetzt werden. Beispiele: Mit wieviel Stichen wurde Julius Cäsar ermordet? Wie hoch ist das Kolosseum? Als Schattentheater zeigten Achtklässler eine „Götterhochzeit“ aus der griechischen Mythologie. Die Göttin der Zwietracht sorgte für Streit zwischen drei anderen Göttinnen, wer die Schönste sei. Eine weise Entscheidung traf Paris mit seinem Urteil, das den Streit beendete. Passend zum Kulturhalbjahr der Naturwissenschaften an der Gesamtschule präsentierten die Lateiner des Jahrgangs 9 die Figur des Archimedes, der auf Sizilien lebte und durch dessen berühmte Kriegsmaschinen das belagerte Syrakus sich drei Jahre gegen den Angriff der Römer zur Wehr setzen konnte. Bei der Entwicklung seiner Wurfmaschinen kam Archimedes seine große Begabung als praktischer Physiker zugute. Archimedes war universeller Naturgelehrter und bedeutendster Mathematiker der Antike, so dass die Neuntklässler weitere naturwissenschaftliche Experimente zeigten, etwa zum „archimedischen Prinzip“, nach dem der statische Auftrieb eines Körpers in einem Medium genauso groß ist wie die Gewichtskraft des vom Körper verdrängten Mediums. Mit ausgewählten Beispielen aus den 15 Bänden über Metamorphosen (Verwandlungsgeschichten) des antiken Dichters Ovid hatten sich die Zehntklässler ein sehr anspruchsvolles Thema gewählt. Dazu zeigten sie Fotogeschichten und Videos, die sie selbst anmoderierten. Bei den meisten Beiträgen wurde Deutsch gesprochen. Lebhafter Applaus am Schluss und am Ende der gelungenen Beiträge waren der verdiente Lohn für die kreativen jungen Leute und die betreuenden Lehrerinnen Gabriele Naumann und Vera Temme.